Der Alltag des Teenagers gerät ins Wanken und sie muss Verantwortung für ihren Vater, ihren 8-jährigen Bruder und sich selbst übernehmen, was nicht ohne Folgen bleibt. Nach dem Film folgte ein ausführliches Gespräch, moderiert von Reiner Kuhmann von der Diakonie Westerwald. Seine Kollegin Christina Gerling erörterte, was unter einer Suchterkrankung zu verstehen ist und warum es kurz nach einer Therapie zu Rückfällen kommen kann. Dirk Bernsdorff von der Diakonie Altenkirchen beschrieb anschließend die Atmosphäre in Suchtfamilien und stellte klar, dass in diesen Familien oft eine Rollenumkehr herrscht: Die Kinder übernehmen Verantwortung für den suchtkranken Elternteil. Petra Baldus vom Kinderschutzdienst in Kirchen stellte klar, dass Alkohol oftmals eine Rolle spielt, wenn es zu Streit oder Gewalt innerhalb der Familie kommt. Die Beratungsstellen wiesen zudem auf ihre kostenfreien Beratungsangebote sowie ihre Schweigepflicht hin. Die Runde ergänzte Ute Fährmann vom evangelischen Jugendzentrum in Hamm, die die Kinder einlud, jederzeit im offenen Betrieb vorbeizuschauen. Natürlich haben auch sie und ihr Team ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte der Jugendlichen. Die Schulsozialarbeiterinnen Jenny Weitershagen und Valeska Weber boten an, im Bedarfsfall Termine zu vermitteln. Abschließend komplettierte Stephanie Brenner die Hilfsangebote durch einen Hinweis auf den Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes. Adrian Böhm, der pädagogische Koordinator der Klassenstufen 7 und 8, versprach, ein Plakat mit allen Daten der Fachstellen in den Klassen aufzuhängen, damit die Jugendlichen jederzeit Zugang zu den Hilfsangeboten haben. Gegen Mittag verließen die Schülerinnen und Schüler voller neuer Eindrücke den außerschulischen Lernort Kino.

Bericht und Foto: Stephanie Brenner