Abiturientin Ronja Birkenbeul äußerte in ihren Grußworten kritische Anmerkungen bezüglich des Wandels im Bildungssystem. Die Lehrer, die in kürzester Zeit einen Riesenberg von Schulstoff durcharbeiten müssten, stünden ebenso wie die Schüler permanent unter Stress.
Schulleiterin Andrea Brambach-Becker sprach über die Digitalisierung und Technisierung in unserer heutigen Zeit. Geniale Denker des 15. und 16. Jahrhunderts hätten sich mit Erfindungen beschäftigt, aber keine Möglichkeiten gehabt diese umzusetzen. Heutzutage sei es nahezu selbstverständlich alle bestehenden technischen Möglichkeiten zu nutzen. Der heutige Tag sei eine große Freude und bringe mit sich, dass ein Gefühl der Grenzen- und Schwerelosigkeit entstehe, wie es vermutlich auch der Pionier des Fliegens Otto Lilienthal empfunden habe dürfte. Mit körperlichem und geistigem Einsatz habe der Erfinder sein Ziel verfolgt. Auch von den Abiturienten sei jetzt Konstruktionsvermögen und Einsatzbereitschaft gefragt, zwei Komponenten die sich in der heutigen Welt nicht mit Selbstverständlichkeit einlösen ließen. Der Mut bei der Verfolgung eigener Ideen solle immer wieder Anlass und Auftrag zugleich sein selbstverantwortlich und zukunftsorientiert zu handeln. Sie forderte die Schüler auf innezuhalten und das Glück des heutigen Tages möglichst lange Zeit zu genießen, damit es genügend Treibstoff für die weiteren Flugbahnen bereithalte.
Abschließend bekam Kira Zien von der Schulleiterin den Preis der Ministerin für vorbildliches Verhalten und Einsatz in der Schulgemeinschaft überreicht.
Konrad Schwan gratulierte in Vertretung für Landrat Michael Lieber. Auch er sprach von der Veränderung der Schule durch den Wandel der Gesellschaft. Bei seiner Einschulung im Jahre 1959 sei Wissen eingebläut worden, was damals „Rohrstock“ bedeutete. In den 70er Jahren sei es geradezu zu einer Revolution gekommen. Die Lehrlinge hätten rebelliert gegen ihre Ausbildung, hätten geglaubt, sie würden falsch behandelt. Heute müsse er sagen, er habe vieles gelernt, wovon er gedacht habe, er brauche es im Leben nie mehr. Mit dem Abiturzeugnis hätten die Absolventen eine Fahrkarte erworben für das weitere Leben, worauf sie aufbauen könnten. Er hoffe, dass sie in einigen Jahren sagen könnten: „Die IGS Hamm hat mir gutes Rüstzeug gegeben. Ich habe aus meinem Leben etwas gemacht. Ich kann zufrieden zurückschauen.“

Schwan überreichte den Ehrenpreis des Landrates für besonders Engagement in der Schule, der ebenfalls an Kira Zien ging.
Als Vorsitzender des Kreisheimatvereins Altenkirchen überreichte er für besondere Leistungen im Fach Geschichte und Sozialkunde einen Ehrenpreis an Tim-Yago Nordhoff.
Bürgermeister Dietmar Henrich übergab an Sebastian Engelberth und Viola Thiessen die Preise für herausragende schulische Leistungen. „Wir sind stolz auf „unsere Schule“. Sie ist zwar in der Trägerschaft des Landkreises, aber wir haben eine besondere Beziehung zu ihr.“ Henrich zitierte Goethe: „‚Man muss jung sein, um große Dinge zu tun.‘ Was groß ist in Ihrem Leben, das entscheiden Sie.“ Er ermunterte die Abiturienten dazu, ihren Weg zu gehen, sich nach ihren Idealen und eigenen Überzeugungen fortzubewegen und nicht dem Mainstream zu folgen oder irgendwelchen Erwartungen gerecht zu werden.

Schulelternsprecherin Bianca Jung überreichte die Auszeichnung für hervorragendes Engagement und Interesse bei schulischen Veranstaltungen an Celina Kappenstein.
Abschließend erfolgte die Zeugnisausgabe der Leistungskurse und Auszeichnungen für einzelne Fächer.
Ein schönes Bild bot sich nach der Feier. Im Innenhof der Schule stiegen über 40 bunte Luftballons, sicher versehen mit vielen Wünschen, gen Himmel.
Für den anschließenden Umtrunk hatten die Schüler der 6. Klassenstufe ansprechendes Fingerfood gefertigt. Die 12er hatten, der Tradition entsprechend, nicht nur alles aufgebaut, sondern auch dekoriert und übernahmen das Servieren.

Die Absolventen der IGS Hamm/Sieg 2019 (Fachhochschulreife und Allgemeine Hochschulreife):

Beyza Hamide Algül (Hamm), Eda Nur Algül (Hamm), Leonard Elias Best (Busenhausen), Diana Bichner (Mammelzen), Ronja Birkenbeul (Schöneberg), Emelie Davertzhofen (Fürthen), Anastasia Derr (Altenkirchen), Dana Ehl (Windeck), Sebastian Engelberth (Windeck), Mihriban Erkul (Fürthen), Philipp Ferber (Windeck), Valentin Frank (Wissen), Mara Sophie Hannig (Breitscheidt), Manuel Harder (Pracht), Marvin Heinrich (Roth-Hämmerholz), Deria Hildenberg (Altenkirchen), Chantal Janßen (Almersbach), Dennis Jung (Pracht), Celina Kappenstein (Windeck), John Darius Mulitze (Pracht-Wickhausen), Michelle Neumann (Windeck), Tim-Yago Nordhoff (Schöneberg), Aaron Olbert (Wissen), Tabea-Michelle Pauls (Breitscheidt), Jan Reinhardt (Windeck), Mike Fabian Reser (Bruchertseifen), Leni Schäfer (Bruchertseifen), Ferun Charlotte Scharfenberg (Pracht), Lilian Schoop (Eitorf), Julia Seifen (Weyerbusch), Susanne Sendzik (Weißenbrüchen), Maja Sonntag (Mammelzen), Michelle Streich (Mammelzen), Viola Thiessen (Breitscheidt), Charlotte Walkenbach (Busenhausen), Rafael Wardein (Michelbach), Mathis Anton Waschbüsch (Breitscheidt), Luca-Tim Weber (Pracht), Noah Wendt (Windeck), Alina Willer (Altenkirchen), Ebru Zeycan (Wissen), Kira Zien (Mehren), Alishia Zottmann (Oberwambach).

Bericht und Fotos: Wertebach