Der Begriff „Biologie“ stammt aus dem Griechischen (bios „ Leben“ und lógos „Lehre“) und kann somit übersetzt werden in die „Lehre vom Leben“.

Der Biologieunterricht soll die uns selbstverständlich gewordenen Phänomene des Lebens sichtbar machen und dazu anleiten, sie zu begreifen.
Laut dem Lehrplan für Biologie 7 – 9/10 erfüllt er folgende Aufgaben:
„Er ermöglicht Schülerinnen und Schülern den Einblick in und die Auseinandersetzung mit der Einzigartigkeit biologischer Phänomene und Prozesse,(….) trägt zu einem Weltverständnis aus naturwissenschaftlicher Sicht bei, (…) fördert in besonderer Weise das forschend-entdeckende und problemlösende Lernen, (…) berücksichtigt die Aktualität biologischer Phänomene und Erkenntnisse sowie deren Anwendungen einschließlich der Diskussion bioethischer Fragen (…) und fördert den verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.“[1]

Im Verlauf der Schullaufbahn (5- 13) wird das Leben, seine Entwicklung, die komplexen Gefüge, die ein Lebewesen ausmacht, aber auch die Gefüge zwischen einzelnen Lebewesen, in immer detaillierterer Form betrachtet. Bis bei ganz genauer Betrachtung deutlich wird, dass Leben nur deshalb existiert und funktioniert, weil sich kleinste Teilchen bewegen.
Hier ein Beispiel:
Aus dem Phänomen, dass grüne Pflanzen aus dem von uns ausgeatmeten Kohlendioxid und Wasser Sauerstoff herstellen und damit wachsen können, wird bei genauerer Betrachtung der Pflanze deutlich, dass sie in ihnen Zellen Chloroplasten besitzt, in denen dieser Prozess –genannt Fotosynthese – stattfindet. Die Energie des Sonnenlichtes spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Eine noch detailliertere Betrachtung zeigt, dass der Bau der Chloroplasten perfekt darauf ausgerichtet ist, auf kleinem Raum möglichst viele Prozesse gleichzeitig stattfinden zu lassen.
Noch weiter herangezoomt wird erkennbar, dass das von den Pflanzen aufgenommene Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird, wobei der Sauerstoff schließlich die Pflanze verlässt. Hingegen wird der Wasserstoff gespalten in Protonen (H) und Elektronen (e-). Letztere erfahren eine energetische Aufladung durch das Sonnenlicht und geben diese schrittweise zur Produktion von ATP (ein universeller Energiespeicher) wieder ab, während sie die Membran der Chloroplasten „durchwandern“. Die gespeicherte Energie wird dazu verwendet, um in einem komplexen Prozess, Kohlendioxidmolekle (CO2) zu Traubenzucker (C6H12O6) zu verknüpfen.

Bei all dieser sehr genauen Betrachtung ist es wichtig, nicht aus dem Auge zu verlieren, unter welchen Bedingungen die Fotosynthese stattfinden kann und welchen Bedingungen die Pflanze ausgesetzt ist.

Der Lehrplan Biologie für die Sek I ist gegliedert in 12 Themenfelder und so ausgelegt, dass der          „Einblick und die Auseinandersetzung mit der Einzigartigkeit biologischer Phänomene und Prozesse“[2] in immer wieder neuen Zusammenhängen und erschlossen von Kontexten erforscht und angewendet werden können:

Themenfeld

Titel

1

Vielfalt

2

Vielfalt und Veränderung

3

Organismus, Organe, Zellen – Versorgung mit Stoffen und Energie

4

Pflanze, Pflanzenorgane, Pflanzenzellen – Licht ermöglicht Stoffaufbau

5

Ökosysteme im Wandel

6

Erwachsen werden

7

Informationen empfangen, verarbeiten, speichern

8

Sport und Ernährung –Energiebilanz des Körpers

9

Krankheitserreger erkennen und abwehren

10

Individualität und Entwicklung

11

Biowissenschaften und Gesellschaft

12

Biologischer Anthropologie

 


[1] „Lehrpläne für die naturwissenschaftlichen Fächer für die weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz“ Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, 2014

[2] ebenda