Im Alltag ist oft mehr „GEO“ drin, als man glaubt und Erdkunde ist mehr, als nur Länder auf einer Karte zeigen zu können.

Daher sind die Erdkundethemen der Oberstufe sehr lebensnah und helfen vielfach, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Zusammenhänge besser zu verstehen.

Schließlich werden Geographen auch in vielfältigen Berufen eingesetzt und sind nicht nur Reiseleiter!

Inhalte

Im Geographieunterricht der Oberstufe werden vielfältige Aspekte betrachtet und dabei immer auf einen konkreten Raum bezogen, miteinander verglichen, einander gegenübergestellt oder in ihrem Zusammenwirken als System betrachtet.

Neben den natürlichen Grundlagen des Lebens und Wirtschaftens, den so genannten Geofaktoren, zu denen die Betrachtung der Plattentektonik ebenso gehört wie die Beschäftigung mit dem Klima, dem Wasser in seiner regionalen und globalen Wirkung, der Entstehung und Veränderung der Oberflächenformen, der Betrachtung des Bodens, als Lebensgrundlage für Mensch, Tier und Pflanze, stehen auch die Ökozonen, also die globalen Gunst- und Ungunsträume im Blickpunkt.

Auch das Thema Wirtschaft findet im Fach Erdkunde Raum. So werden die Wirtschaftssektoren, ihre Wandlung, ihr Zusammenwirken und räumliche Spezifika u.a. am Beispiel des Tourismus ebenso untersucht wie Aspekte der Globalisierung.

Daneben ist natürlich auch das menschliche Leben von Interesse: Wie wohnen wir, wo wohnen wir? Die Entwicklung vergangener, rezenter und zukünftiger Siedlungsstrukturen bietet Analyseanlässe, woraus sich in Verbindung mit obigen Themenaspekten raumplanerische Fragestellungen ergeben.

Natürlich sind dabei nicht nur die positiven Aspekte Gegenstand der Betrachtung, sondern auch Problemfelder der Entwicklung werden untersucht. Einzelne Raumbeispiele auf internationaler Ebene (z.B. USA, Russland, Japan, …) werden ebenso betrachtet wie Staatengruppen (Entwicklungsländer, Industrieländer) und Gruppierungen.

Materialien / Methoden

Tabellen, Diagramme, Bilder (Luftbilder, Satellitenbilder, Fotos, Karikaturen) und Texte in jeweils vielfältiger Ausgestaltung sind die wichtigsten Arbeitsmaterialien in der Geographie. Ihre Auswertung ist Basis jeglicher geographischer Arbeit. Dabei müssen die Aussagen dieser Materialien kritisch hinterfragt und wiederum in Zusammenhang mit Aussagen anderer Materialien gesetzt werden. Aber auch eigene Erhebungen (Befragungen, Kartierungen) und die sachgerechte Anfertigung geographischer Materialien wie Wirkungsgefüge oder Karten mit Hilfe von GIS (Geographische Informationssysteme) sind Unterrichtsbestandteil.

Nicht zuletzt ist auch immer wieder ein praktischer Blick in den Raum notwendig. Bei Unterrichtsgängen im Nahraum und Exkursionen werden Erkenntnisse gewonnen, überprüft oder eben am Raum nachvollzogen. In den Jahrgangstufen 11 und 12 werden so etwa 3 bis 5 Unterrichtsgänge und Exkursionen durchgeführt. So z.B.:

  • Raumbegehung um Hamm zum Thema Gesteinsbildung / Rippelmarken

  • Unterrichtsgang zum Thema Verwitterungsformen

  • Bergwerksbesuch zum Thema Lagerstättenentstehung (Grube Silberhardt; Braunkohletagebau Garzweiler)

  • Bachbegehung zum Thema Formenbildung durch fluviale Prozesse

  • Besuch der Kläranlage Au

  • Stadtexkursion zur historisch-genetischen Entwicklung und funktionalen Gliederung sowie zur Datenerhebung / Kartierung (Altenkirchen, Koblenz)

  • Thematische Raumbegehungen, meist in Hamm, zu unterschiedlichen Kartierungszwecken und Datenerhebung: Einzelhandelskartierung, Baulückenkartierung, Flächennutzungskartierung, Energienutzungskartierung, Industrie-/ Gewerbekartierung, etc.

  • Exkursion zu einem landwirtschaftlichen Betrieb (Bio-Bauernhof oder konventioneller landwirtschaftlicher Betrieb)

  • Besuch des Amts für Geowissenschaften der Bundeswehr Euskirchen

  • Gewässergüteuntersuchung vor Ort

  • Bodenkundliche Untersuchungen vor Ort

  • Besichtigungen von innovativen Produktionsbetrieben der Region, die als „Global Player“ agieren (z.B. Firma Gebr. Schumacher Eichelhardt)

  • Begehungen zur Raumplanungsthematik vor Ort

Darüber hinaus besuchen bei ausgewählten Themen Experten (Raum- und Regionalplaner, Entwicklungshelfer etc. den Unterricht), um ihr Wissen zu vermitteln und mit euch zu diskutieren.

Das Leistungsfach Erdkunde wird von der Jahrgangstufe 11 bis 13 mit 4 Wochenstunden unterrichtet, der Grundkurs Erdkunde im Jahrgang 12 mit 2 Wochenstunden.

 

Lehrplananpassung gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld S II